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Wenn das richtige Möbelstück fehlt, braucht es ein wenig Kreativität

Autorenbild: Margot
Margot
9. Sept.
4 Min. Lesezeit

Manchmal fehlt das nötige Budget. Manchmal gibt es nicht die Möglichkeit – oder es würde einfach keinen Sinn machen – sofort ein Möbelstück nach Mass anfertigen zu lassen.


Auch aus solchen Situationen ist House of Margot entstanden: Kreativität in die eigenen vier Wände zu bringen und nach Lösungen zu suchen, anstatt sich von Problemen aufhalten zu lassen.


Die Arbeit von gestern ist ein schönes Beispiel dafür.


Das Problem: ungenutzter Platz


In dieser Ecke der Küche fehlten sowohl eine Ablagefläche als auch zusätzlicher Stauraum. Dadurch wurde der Platz kaum genutzt und die Küche wirkte unordentlicher und irgendwie unvollständig.


Der ursprüngliche Plan war, zwei Holzbretter über die gesamte Breite der Wand anzubringen und sie genau auf Mass zuzuschneiden, um eine perfekt in den Raum integrierte Lösung zu schaffen.


Ein absolut machbares Projekt, das nicht einmal besonders teuer gewesen wäre. Mit dem aktuell verfügbaren Budget haben wir jedoch entschieden, es erst einmal zu verschieben.


Und was nun?


Bevor wir etwas Neues kaufen, haben wir geschaut, was bereits vorhanden ist.


Die Lösung war im Keller versteckt


Im Keller haben wir ein altes, unbenutztes TV-Möbel gefunden.


Allein war es zu niedrig, um als praktische Ablagefläche in der Küche zu dienen. Aber wir fanden auch einen Hocker in derselben Farbe. Unter das Möbel gestellt, konnten wir es damit erhöhen und eine viel praktischere Arbeitshöhe erreichen.


Und hier ist das Ergebnis.


Ein Möbelstück, das nicht mehr gebraucht wurde, hat eine neue Funktion bekommen. Gleichzeitig wurde aus einem bisher kaum genutzten Bereich der Küche ein praktischer Platz.


Ganz ohne ein neues Möbelstück zu kaufen.


Recycling – aber schön versteckt


Im unteren Bereich haben wir schöne IKEA-Körbe aus Weide verwendet, um die Mülltrennung zu organisieren.


In jeden Korb haben wir eine der klassischen stabilen Einkaufstaschen gestellt. Sobald sie voll ist, kann man sie einfach herausnehmen und direkt zur Sammelstelle bringen.


Eine sehr einfache Lösung. Aber genau darum geht es für mich: Ein System muss im Alltag funktionieren und nicht nur schön aussehen.


So bleiben die Recyclingbehälter leicht zugänglich und werden gleichzeitig optisch zu einem Teil der Einrichtung.


Und wenn sich eine Schublade wegen eines Zentimeters nicht öffnen lässt?


Natürlich konnte nicht alles beim ersten Versuch perfekt funktionieren.


Eine der Schubladen liess sich wegen gerade einmal eines Zentimeters nicht öffnen.


Wir hätten diesen Bereich einfach als verlorenen Stauraum betrachten können.

Stattdessen haben wir die Schubladenführungen entfernt und an ihrer Stelle einen weiteren Korb eingesetzt.


Darin steht jetzt der Dampfgarer – ein ziemlich grosses Küchengerät, bei dem man oft nicht weiss, wohin damit. So bleibt er versteckt und kann bei Bedarf innerhalb weniger Sekunden herausgenommen werden.


Aus einem kleinen Problem ist ein weiterer nützlicher Stauraum entstanden.


Endlich eine kleine Tee-Ecke


Die neue Ablagefläche hat uns ausserdem ermöglicht, eine kleine Tee-Ecke einzurichten – mit Wasserkocher, Tassen und allem, was man dafür braucht, direkt griffbereit.

Auf der linken Seite haben wir die Kaffeemaschine auf der bestehenden Küchenarbeitsfläche stehen lassen.


So sind ganz bewusst zwei kleine getrennte Bereiche entstanden: Kaffee und Tee.


Es mag wie ein kleines Detail wirken. Aber wenn wir Gegenstände danach organisieren, wie wir sie im Alltag tatsächlich benutzen, wird ein Raum viel intuitiver und angenehmer.



Auch Kabel gehören zur Ordnung


Anschliessend haben wir eine Mehrfachsteckdose mit doppelseitigem Klebeband befestigt. So liegen keine losen Kabel auf der Arbeitsfläche oder in Bereichen herum, wo sie stören könnten.


Die Mehrfachsteckdose verfügt ausserdem über separate Schalter für jede Steckdose. So können wir nur das Gerät einschalten, das gerade benutzt wird, und die anderen ganz einfach ausschalten.


Ein kleines Detail – aber praktisch, ordentlich und sicherer.


Mit Dingen dekorieren, die wir wirklich benutzen


Zum Schluss haben wir die Küchenutensilien an der Wand ganz bewusst sichtbar gelassen.


Sie bilden eine Art Rahmen um den neuen Bereich und sind gleichzeitig eine äusserst praktische Lösung: Sie dekorieren den Raum, ohne zusätzliche, rein dekorative Gegenstände hinzuzufügen, und alles, was regelmässig gebraucht wird, bleibt griffbereit.


Das ist ein Prinzip, das ich besonders mag: Bevor wir neue Dekoration hinzufügen, sollten wir schauen, ob die Gegenstände unseres Alltags nicht selbst Teil der Einrichtung werden können.



Nicht immer muss man etwas Neues kaufen


Dieses kleine Projekt ist nicht die endgültige Lösung, die wir uns ursprünglich vorgestellt hatten.


Und vielleicht gefällt mir genau das daran.


Wir haben mit einem sehr begrenzten Budget gearbeitet, vorhandene Dinge wiederverwendet und jedes Element an die tatsächlichen Bedürfnisse der Person angepasst, die diese Küche benutzt.


Das Ergebnis entstand nicht durch eine grosse Investition, sondern durch eine Reihe kleiner Entscheidungen:


  • wiederverwenden statt neu kaufen;

  • anpassen statt wegwerfen;

  • nach den täglichen Gewohnheiten organisieren;

  • verstecken, was visuelle Unruhe erzeugt;

  • sichtbar lassen, was gleichzeitig praktisch und schön sein kann.


Für mich ist House of Margot auch genau das.


Nicht in eine Wohnung zu kommen und sofort darüber nachzudenken, was fehlt oder was gekauft werden muss, sondern zuerst zu beobachten, was bereits

vorhanden ist, und sich zu fragen:


„Wie kann ich dafür sorgen, dass es besser funktioniert?“


Manchmal ist die Lösung ein neues Möbelstück.


Und manchmal stand sie schon die ganze Zeit im Keller.


Und bei dir zu Hause?


Hast du auch eine Ecke, die einfach nicht richtig funktioniert, für die du aber nicht in eine massgeschneiderte Lösung investieren möchtest – oder kannst?


Erzähl mir von deinem kleinen „unmöglichen Raum“.


Vielleicht gibt es dafür eine viel einfachere Lösung, als du denkst..


Margot






 
 
 

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