
Raum für die eigenen Leidenschaften
In diesem Zimmer steckten viele Leidenschaften: Bücher, Fotografie, Stricken und kleine kreative Projekte. Trotzdem konnte die Kundin den Raum nicht richtig geniessen. Er wirkte auf sie wenig einladend, und sie wusste nicht, wie sie ihn sinnvoll nutzen sollte.
Zuerst habe ich zugehört: Was befand sich im Zimmer? Was wollte sie dort machen? Wie würde sie sich zwischen den verschiedenen Tätigkeiten bewegen? Mit diesen Antworten haben wir eine Aufteilung entwickelt, die besser zu ihr passt.
Das grosse, modulare Bücherregal wirkte an einer Wand sehr schwer. Wir haben es aufgeteilt und einen Teil an die kurze Wand neben dem Eingang gestellt. Diese fällt beim Hereinkommen weniger auf. Die Bücher haben wir nach Themen geordnet und, wo es passte, auch Farben und Farbtöne aufeinander abgestimmt. Der Drucker bekam ebenfalls einen praktischen Platz, jederzeit bereit zum Benutzen.
Der Schreibtisch unter dem Fenster konnte weiterhin das Tageslicht nutzen. Mit einer freien Arbeitsfläche und mehr Platz rundherum entstand eine Ecke zum Schreiben, für persönliche Gedanken oder zum Gestalten einer Glückwunschkarte.
An der anderen kurzen Wand bekam die antike Kommode einen neuen Platz. Daneben haben wir ein einzelnes Regalelement schräg aufgestellt, um die geraden Linien etwas aufzulockern. Für diesen Bereich habe ich ausserdem einen Schmuckhalter aus Holz von Hand angefertigt.
Danach haben wir gemeinsam entschieden, welche Materialien und Projekte griffbereit bleiben sollten. In den Wandkörben ist jetzt Platz für das, was sie heute gerne benutzt. Von den über Jahre gesammelten «Vielleicht irgendwann»-Projekten konnte sie sich lösen. Auch Interessen verändern sich, und das Zuhause darf sich mit ihnen verändern.
Eine Wand blieb bewusst frei. Hier wollte die Kundin später ihre Fotografien oder einen grossen Kunstdruck aufhängen und sich für die Auswahl Zeit nehmen.
Die Umgestaltung des Zimmers wurde an einem Tag umgesetzt. Dabei haben wir die vorhandenen Möbel neu zur Geltung gebracht und moderne, antike und handgefertigte Elemente miteinander verbunden. So entstand ein luftigerer Raum mit Platz für ihre Leidenschaften und für Zeit mit sich selbst.









